Tätigkeitsbericht 2025

Ein Überblick über die Arbeit der Genossenschaftlichen Immobilienagentur Frankfurt am Main eG im Berichtsjahr 2025.

Überblick

Die GIMA Frankfurt vermittelt Mehrfamilienhäuser an gemeinwohlorientierte Käufer und berät Eigentümer:innen, Hausgemeinschaften und Mieter:innengruppen rund um den sozialverträglichen Verkauf und Erwerb von Wohnraum.

Im Berichtsjahr 2025 lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der Beratung, sowohl von Mieter:innengruppen als auch von Eigentümer:innen. Der Bedarf an Beratung übersteigt die vorhandene personelle Kapazität deutlich.

Beratung von Mieter:innengruppen

Im Rahmen des städtischen Förderprogramms E39 hat die GIMA ihr Beratungsangebot für Mieter:innengruppen weitergeführt und ausgebaut. Ziel ist es, Gruppen dabei zu unterstützen, ihre Wohnhäuser in gemeinschaftliche Eigentumsformen (Genossenschaft, Verein, Stiftung) zu überführen und so bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern.

  • Rund 50 Erstgespräche mit Vertreter:innen von Hausgemeinschaften, deren Haus verkauft werden soll, im Schnitt eine Anfrage pro Woche.
  • 12 Mieter:innengruppen wurden über mehrere Monate intensiv begleitet.
  • In 7 Fällen wurden konkrete Prozesse für einen gemeinschaftlichen Erwerb angestoßen; ihr Abschluss stand am Ende des Berichtszeitraums wegen der Langwierigkeit solcher Immobilientransaktionen noch aus.
  • Die Anfragen kamen aus allen Frankfurter Stadtteilen, mit Schwerpunkten in Nordend, Bockenheim und Bornheim.

Schwerpunkte und Ergebnisse der Beratung

Beratungsschwerpunkte waren die rechtlichen Rahmenbedingungen des gemeinschaftlichen Erwerbs, Finanzierungs- und Fördermodelle sowie die organisatorische Begleitung bei der Gründung gemeinschaftlicher Rechtsformen. Die Beratung zu mietrechtlichen Fragen erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Mieterschutz der Stadt Frankfurt.

In mehreren Fällen konnten Eigentümer:innen durch die Beratung dazu bewegt werden, einen kurzfristigen Verkauf zurückzustellen und langfristige, sozialverträgliche Alternativen zu prüfen. Viele Gruppen entwickelten ein besseres Verständnis ihrer Handlungsmöglichkeiten und Rechte.

Beratung von Eigentümer:innen und Hausgemeinschaften

Über die Arbeit mit Mieter:innengruppen hinaus beriet die GIMA fortlaufend Eigentümer:innen und Hausgemeinschaften zu einem breiten Themenspektrum rund um den gemeinwohlorientierten Verkauf, von der Wahl geeigneter Käufer über Finanzierungs- und Übergabemodelle bis zu Fragen der langfristigen Sicherung bestehender Mietverhältnisse.

Ein erheblicher Teil davon sind kurze, einmalige Beratungen, die nicht in eine konkrete Transaktion münden, den Ratsuchenden aber wichtige Orientierung geben.

Marktlage im Berichtsjahr

Das Jahr 2025 war von einem schwierigen Marktumfeld geprägt. Hohe Kreditzinsen, gestiegene Baukosten und der Sanierungsstau, insbesondere die Anforderungen an die energetische Sanierung, führten dazu, dass viele gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen bei Ankäufen zurückhaltend agierten.

Entsprechend wurden im Berichtsjahr kaum Kaufabschlüsse realisiert. Der Schwerpunkt der GIMA-Arbeit lag auf der Beratung und der Anbahnung von Erwerbsprozessen, die sich über längere Zeiträume erstrecken.

Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit

Die GIMA hat ihre Zusammenarbeit mit lokalen Mieter:inneninitiativen, Stadtteilnetzwerken und der Stadtverwaltung vertieft. Dazu zählen die Nachbarschaftsinitiative (NBO), das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e. V. sowie die zuständigen Stellen der Stadt (unter anderem die Stabsstelle Mieterschutz und das Amt für Wohnungswesen). Der Austausch mit den demokratischen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung wurde fortgeführt.

Personelle Ausstattung

Die GIMA beschäftigt eine Person: den geschäftsführenden Vorstand mit 24 Wochenstunden (rund 0,62 Vollzeitäquivalente, entspricht einer 61,5-%-Stelle). Alle weiteren Organmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Der Bedarf an Beratung übersteigt diese Kapazität deutlich.

Ausblick und Bedarf

Die regelmäßige Nachfrage aus dem gesamten Stadtgebiet zeigt den anhaltenden Bedarf an Unterstützung beim gemeinwohlorientierten Erwerb von Wohnraum. Für die dauerhafte Aufrechterhaltung der Beratungstätigkeit ist die GIMA weiterhin auf Förderung angewiesen.

Als besonders wirksam sieht die GIMA den Ausbau von Ankaufsförderprogrammen für gemeinschaftliches Eigentum sowie einen erleichterten Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, die auf gemeinschaftliche Erwerbsmodelle ausgerichtet sind.